Wie ein virtueller Rundgang im Google Business Profile die lokale Sichtbarkeit steigert, mit Zahlen.
Wenn jemand „Hotel Zermatt Spa" googelt, entscheidet das Google Business Profile, ob Ihr Haus auf der Karte erscheint, und in welcher Reihenfolge. Die meisten Hoteliers pflegen dieses Profil nebenbei: Öffnungszeiten, ein paar Fotos, gelegentlich eine Antwort auf Bewertungen. Was fast alle übersehen: Google belohnt Profile, mit denen Nutzer interagieren. Und nichts erzeugt mehr Interaktion als ein virtueller Rundgang.
Wie Google lokale Rankings berechnet
Google nennt offiziell drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Was Google nicht so laut sagt: Nutzersignale. Wie lange bleibt jemand auf Ihrem Profil? Klickt er auf Fotos? Ruft er die Website auf? Diese Signale fließen in die Bewertung ein, und ein Rundgang, in dem sich Nutzer im Schnitt 90 Sekunden bewegen, erzeugt ein Signal, das kein Foto liefern kann.
BrightLocal, eine der führenden Agenturen für lokales SEO, untersuchte 2024 die Ranking-Faktoren für Google Business Profiles. Ergebnis: Profile mit über 100 Fotos und virtuellem Rundgang erhielten im Schnitt 520 Prozent mehr Anrufe und 2.717 Prozent mehr Routenanfragen als Profile mit weniger als 10 Fotos.
Unternehmen mit virtuellem Rundgang im Google Business Profile erzeugen doppelt so viel Interesse wie solche ohne (Google/Ipsos Studie).
Der Einbindungsprozess
- Rundgang produzieren. Google akzeptiert 360°-Panoramen im Equirectangular-Format. Professionelle Produktion mit HDR ist Voraussetzung: unscharfe oder überstrahlte Panoramen schaden mehr, als sie nützen.
- Über Street View Studio hochladen. Google bietet ein eigenes Tool, um Panoramen mit dem Business Profile zu verknüpfen. Die Panoramen werden geokodiert und dem Standort zugeordnet.
- Verbindungen setzen. Einzelne Panoramen werden zu einem begehbaren Rundgang verknüpft: Lobby zu Zimmer zu Spa. Diese Navigation erhöht die Verweildauer.
- Auf der Website einbinden. Der gleiche Rundgang, gehostet bei Kuula oder direkt bei Google, wird per iframe auf der Hotel-Website eingebunden. Doppelter Effekt: Google-Signal und Website-Conversion.
Was das für ein Haus bedeutet
| Kennzahl | Ohne Rundgang | Mit Rundgang (nach 6 Monaten) |
|---|---|---|
| Profilaufrufe / Monat | 2.400 | 3.900 |
| Website-Klicks aus Profil | 180 | 340 |
| Routenanfragen | 95 | 210 |
| Position bei „Hotel + Ort + Spa" | 7 | 3 |
Beispielwerte eines Kundenhauses mit 45 Zimmern im Alpenraum. Die Verbesserung der Position von 7 auf 3 bedeutet: Das Haus erscheint jetzt im sogenannten Local Pack, den drei Ergebnissen, die Google direkt auf der Karte anzeigt. Über 70 Prozent aller Klicks in lokalen Suchergebnissen gehen an diese drei Positionen.
Der Zusatznutzen: Booking.com und Expedia
Beide Plattformen erlauben mittlerweile die Einbindung von 360°-Inhalten in Hotel-Listings. Hotels mit virtueller Tour werden auf Booking.com mit einem eigenen Badge markiert, und erhalten laut Booking.com Partner Hub eine höhere Klickrate in der Ergebnisliste. Das bedeutet: Ein einmal produzierter Rundgang arbeitet auf drei Kanälen gleichzeitig.
Ein Rundgang, drei Kanäle, ein Effekt: Sichtbarkeit, die bleibt.
Quellen
- Google Business Profile Help: Ranking-Faktoren für lokale Suche
- BrightLocal, Google Business Profile Insights Study 2024
- Google / Ipsos, Impact of Business Photos & Virtual Tours (2015)
- Booking.com Partner Hub: Virtuelle Touren in Listings
- HotelScale Kundendaten 2025–2026